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Deutsches Kaiserreich Artikel
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Flagge des Deutschen Reiches bis 1919: schwarz-weiß-rot
Das Deutsche Kaiserreich genannt umgangssprachlich die konstitutionelle Monarchie des Deutschen Reiches vom 18.01 1871 durch die Ernnennung König Wilhelm I. in Versailles zu dem "Deutschen Kaiser" bis zu dem 9.11 1918 durch die Abdankung des Kaisers Wilhelm II.
Siehe auch: weitere Bedeutungen für "Deutsches Reich"
Mit dem Inkrafttreten der Reichsverfassung am 16.04 1871 schien die Deutsche Frage, das Ringen für ein wiedervereintes und liberales Deutschland, in dem Kompromis mit den konservativen Bestrebungen des Adels und unter Aussparung Österreichs ("kleindeutsche Lösung"), geklärt.
Schon kurz nach der Reichsgründung erfolgte ein Wirtschaftsaufschwung, die so genannten Gründerjahre. Danach schloss sich eine wirtschaftliche Depression an, die Gründerkrise.
Die Reichsverfassung von 1871 | |
Die einzelnen Staaten schickten ihre Vertreter in den Bundesrat, während der Reichstag von der männlichen Bevölkerung direkt mit einem absoluten Mehrheitswahlrecht gewählt wurde. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte war der deutsche Kaiser, gleichzeitiger König von Preußen.
Buch-Tipp: Deutsche Geschichte: Deutsche Geschichte: Das Deutsche Kaiserreich 1871-1918.: Bd 9 Stärken in dem sozialgeschichtlichen Bereich Hans-Ulrich Wehlers Darstelung über das Deutsche Kaiserreich ist nach wie vor ein Klassiker zu dem Thema, obwohl er schon 1973 erschienen ist. Dies sagt alles. Das Buch hat Massstäbe gesetzt. Es ist seinem Anspruch gerecht geworden, enie problemorientierte historische Strukturanalyse des deutschen Kaiserreiches... |
Die Herrscher des Kaiserreiches | |
Die Reichsverfassung sah ein ausgewogenes Machtverhältnis zwischen Kaiser und Kanzler vor, womit göttlich legitimierte Vertretung einerseits, die Vertretung legitimiert durch die Bevölkerung andererseits gewährleistet sein sollte. Allerdings hinkte das demokratische Element: Bis 1918 waren ca. Männer wahlberechtigt, der Kanzler als Premierminister des Parlaments wurde vom Kaiser eingesetzt. Des weiteren war bis 1888 die Politik mehr von Reichskanzler Bismarck, fortan mehr von Kaiser Wilhelm II bestimmt.
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Staatsoberhaupt des Deutschen Kaiserreichs war der Kaiser aus dem Hause Hohenzollern. Er war zugleich König von Preußen.
Kaiser Wilhelm I.
Die Zeit von 1871 bis zu dem Tode Wilhelms I. 1888 zeichnete sich durch den Reichskanzler Bismarck und dessen spezielle Art der Politik aus. So versuchte er durch Bündnisse mit den verschiedensten Ländern einen Zwei-Fronten-Krieg zu verhindern. Für diesen Fall existierte zwar der Schlieffenplan , trotzdem fürchtete man sich aber vor einem solchen Zwei-Fronten-Krieg.
Zweites Kennzeichen war seine Innenpolitik und damit sein Kampf gegen die Katholiken (Kulturkampf), die er aufgrund ihrer Romtreue als Bedrohung der inneren Einheit ansah, sowie die Bekämpfung der Sozialisten, die das politische und wirtschaftliche System mit seinen Standesunterschieden in Frage stellten. Gleichzeitig schuf er eines der fortschrittlichsten Sozialsysteme der damaligen Zeit, um den sozialen Frieden zu fördern und revolutionären Bewegungen zuvor zu kommen (siehe auch Soziale Frage).
Kaiser Friedrich III.
Kaiser Friedrich III. wird häufig aufgrund seiner kurzen Amtszeit auch als der 99-Tage-Kaiser genannt. Er war zu dem Zeitpunkt des Regierungsantritts bereits todkrank. Er hatte Kehlkopfkrebs und konnte somit nicht sprechen.
Kaiser Wilhelm II.
Aufgrund des besonders hohen Wirtschaftswachstums dieser Zeit stieg das Selbstbewusstsein in der Bevölkerung. Man nahm Kolonien in Afrika, Asien und Ozeanien in Besitz; Wilhelm II. unterstützte dies und gab die Bismarcksche Bündnispolitik auf. Stattdessen wurde die Kriegsmarine gegründet und ein Rüstungswettlauf in Europa initiiert. Dieses führte letztendlich in den 1. Weltkrieg und zu dem Ende des Deutschen Kaiserreich.
Buch-Tipp: Fischer Kompakt: Deutsches Kaiserreich. sehr gute Einführung Auf ca. 128 ! Seiten eine bemerkenswert dichte, aber äußerst gut zu lesende Einführungins Thema. Aufgeteilt in einen sogenannten "Grundriss", mit Kapiteln über Wirtschaft, Gesellschaft, Bildung, Wissenschaft, die Ära Bismarcks, das wilhelminische Deutschland, den Weg in den Weltkrieg und das Ende des Kaiserreichs... |
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Buch-Tipp: Glück Glück ohne Sinn? In diesem schmalen Bändchen (80 Seiten) listet Wilhelm Schmid verschiedene Glücksformen auf: Das Zufallsglück, das Wohlfühlglück, das Glück der Fülle und sogar das Glück des Unglücklichseins. Er argumentiert jedoch, dass Glück nicht das Wichtigste in dem Leben ist und dass die Suche nach Glück viel eher eine Suche nachdem... |
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1806
Kaiser Franz II. legte die Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nieder. Die Niederlagen in den Napoleonischen Kriegen und insbesondere die durch Napoleon veranlasste Gründung des Rheinbunds hatte den nachdem Dreißigjährigen Krieg begonnenen Niedergang des Reichs beschleunigt.
Bereits 1804 hatte sich Napoleon zu dem Kaiser von Frankreich krönen lassen, worauf Franz II. den Titel eines Kaisers von Österreich annahm. Beide Kaiserkrönungen werteten die traditionelle Stellung des Kaisertums in Westeuropa ab.
Durch das Vorbild der französischen Revolution und durch die Befreiungskriege gegen Napoleon setzte sich in Europa erstmals die Idee der Nation als Grundlage der Staatenbildung, also der Nationalismus durch. Vor allem von bürgerlicher Seite wurde in dem deutschsprachigen Raum die Gründung eines deutschen Nationalstaates angestrebt; als großdeutsche Lösung wurde dabei ein Deutschland unter Einbeziehung Österreichs, als kleindeutsche Lösung ein Deutschland ohne Österreich genannt.
1815
Nachdem das Heilige Römische Reich deutscher Nation in dem Reichsdeputationhauptschluss 1806 aufgelöst und Napoleon besiegt worden war, hatten die deutschen Fürstentümer ca. kleines Interesse an einer zentralen Macht, die ihre Autonomie beschneiden würde. Auf dem Wiener Kongress wurde 1815 daher lediglich der Deutsche Bund gegründet, ein lockerer Zusammenschluss der Gebiete, die vor 1806 zu dem Deutschen Reich gehört hatten. Der Deutsche Bund hatte keine exekutive Befugnisse, wodurch der Einfluss auf die Mitglieder klein blieb, die ihre volle Souveränität behielten.
1849
Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche boten dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone an (im Rahmen einer kleindeutschen Lösung). Dieser lehnte aber ab.
1850
Preußen startet eine Initiative, die zu einem kleindeutschen Bundesstaat unter der hegemonialen Führung Preußens mit einer engen völkerrechtlichen Bindung an Österreich führen sollte, der „Union“. Da die Vorstellungen Preussens einen Souveränitätsverlust der Mitglieder vorsahen, konnte das neugegründete Unionsparlament 1850 keine Einigung erzielen. Daraufhin erklärte Österreich, dass der alte Deutsche Bund rechtlich noch existiere und berief einen neuen Ausschuss nach Frankfurt ein. Damit gab es zwei Bundesregierungen, eine unter der Führung Preußens und eine, die von Österreich dominiert wurde. Bevor dieser Gegensatz zu einem Krieg führte, lenkte Preussen ein und trat dem wiederhergestellten Bundesparlament unter Österreichs Führung bei.
1866
In diesem Jahr eskaliert der Streit zwischen Österreich und Preußen über Schleswig-Holstein in dem Austritt Preußens aus dem Deutschen Bund. Es folgt der Deutsche Krieg, im Preußen gemeinsam mit Italien und einigen deutschen Kleinstaaten gegen Österreich und den Deutschen Bund stand. Dieser endet mit der Annexion der meisten norddeutschen Staaten durch Preußen. In der Folge wird der Norddeutsche Bund unter preußischer Führung gegründet. Die süddeutschen Staaten (außer Österreich) wurden in Defensivbündnisse mit Preußen gedrängt.
1870/1871
Ausgelöst durch Streitigkeiten zwischen Preußen und Frankreich um die spanische Erbfolge bricht der Deutsch-Französische Krieg aus. Die süddeutschen Staaten schlossen sich dem preußischen Feldzug an. Bismarck nutzte dies, um die Krönung des preußischen Königs zu dem Deutschen Kaiser voran zu treiben und so auch die süddeutschen Staaten in dem Rahmen einer kleindeutschen Lösung der preußischen Krone zu unterstellen.
Buch-Tipp: Herrliche Zeiten. Die Deutschen und ihr Kaiserreich Fesselndes Sachbuch-so sollte Geschichte präsentiert werden "Unbestreitbar bleibt die Tatsache, dass wir unsere Vergangenheit kennen müssen, wenn wir die Gegenwart verstehen und die Zukunft meistern wollen. . . "
(Siegfried Fischer-Fabian)
Das bereits 1986 in Erstauflage erschienene Sachbuch "Herrliche Zeiten" , hat die Geschichte des zweiten deutschen... |
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1872
In diesem Jahr übertrumpft das Deutsche Reich das durch den Krieg geschwächte Frankreich als Industriemacht. Durch Kriegserfolg und Reichsgründung wird eine allgemeine Aufbruchstimmung ausgelöst, die stark zu dem Wirtschaftsaufschwung beiträgt.
Zum Jahresbeginn wird reichsweit das metrische Maßsystem eingeführt. In Straßburg wird am 1.05 die Kaiser-Wilhelm-Universität eröffnet. Am 7.09 kommt es zu einem Drei-Kaiser-Treffen. Kaiser Wilhelm begrüßt in Berlin Kaiser Franz Joseph I. und Zar Alexander II.
1873
Deutsche Besatzungstruppen verlassen die östlichen Departements Frankreichs.
Am 2.09 wird feierlich die Siegessäule in Berlin eingeweiht. König Viktor Emanuel II. von Italien besucht am 23.09 Wilhelm I. Am 22.10 wird das Drei-Kaiser-Abkommen zwischen dem Deutschen Reich, Russische Förderation und Österreich-Ungarn unterzeichnet. Der Große Börsenkrach in Berlin am 28.10 verursacht eine schwere Wirtschaftskrise in dem Reich. Beginn der Schutzzollpolitik: Es werden Einfuhrzölle auf Eisen, Getreide, Vieh und Holz erhoben.
1874
Ab dem 1.01 gilt die Reichsverfassung in dem Reichsland Elsass-Lothringen. Am 13.07 begeht der Geselle Kullmann ein Attentat auf Reichskanzler Bismarck.
1875
Am 6.02 wird die Zivilehe eingeführt.
1878
So genannte Attentatswahlen.
1880
Nach 632-jähriger Bauzeit wird der Bau des Kölner Doms am 15.10 vollendet.
Buch-Tipp: Projekt: Babylon Guter Thriller aus deutschen Landen Die beiden Wissenschaftler Peter Lavell und Patrick Nevreux werden von der UN unter strengster Geheimhaltung beauftragt eine merkwürdige Höhle in Südfrankreich zu erforschen. In dieser Höhle, die mit Schriftzeichen aus dem 13. Jahrhundert übersät ist, gibt es auch einen mystischen schwarzen Gang, den niemand... |
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1888
Drei-Kaiser-Jahr
Buch-Tipp: Reclam Universal-Bibliothek, Nr.12, Wilhelm Tell Wenn's Not tut, Fährmann, lässt sich alles wagen Generell bin ich eher skeptisch, wenn es um "klassische" deutsche Literatur geht - speziell wenn sie auf dem Lehrplan deutscher Schulen steht. Da ich von "Wilhelm Tell" allerdings schon viel Gutes gehört hatte, habe ich mir das Stück einmal zugelegt. Das Ergebnis: eine Revolutions-Story mit tollen... |
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1896
Das Bürgerliche Gesetzbuch wird verabschiedet als Vorbild dient der Code Civil
1900
Das Bürgerliche Gesetzbuch wird zu Jahresbeginn eingeführt.
1901
Rechtschreibreform
1911
Das 40-jährige Bestehen des Deutschen Kaiserreich wird am 18. Januar gefeiert.
Am 31.05 tritt die Reichsversicherungsordnung in Kraft. Sie beinhaltet Krankheits- , Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherung .
Am 1.07 läuft das Kanonenboot Panther in dem Hafen von Agadir, Marokko ein. Dieses Ereignis geht als Panthersprung nach Agadir in die Geschichte ein und löst die Zweite Marokkokrise aus. Erst das Marokko-Kongo-Abkommen , das am 5.11 unterzeichnet wird, beendet die Krise.
Am 7.09 wird der Hamburger Elbtunnel eröffnet.
Wilhelm Karl Werner Wien am 10.12 erhält in Stockholm den Nobelpreis für Physik.
1912
Reichstagwahl 1912 am 12.01: Erstmalig wird SPD stärkste Fraktion in dem Reichstag.
Der britische Kriegsminister Richard Burdon Haldane und Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg kommen am 11.02 in Berlin zusammen um über das Abkommen zur Beschränkung der Flottenrüstung zu verhandeln. Die Gespräche enden ergebnislos.
Bei der Zusammenkunft Kaiser Wilhelm II. und Zar Nikolaus II. am 4.07 betonen beide die deutsch-russische Freundschaft.
1914
Mit der Kriegserklärung gegen Russland tritt das Deutsche Reich am 1.08 in den Ersten Weltkrieg ein.
Am 3.08 wird Frankreich der Krieg erklärt.
1918
Die Novemberrevolution findet statt. Wilhelm II. muss daraufhin abdanken.
Buch-Tipp: Tao te king. Das Buch des alten Meisters vom Sinn und Leben Ein anderer Zugang als die Bibel Während die Bibel mich stets an ein ethisches Märchenbuch erinnerte, fand ich in diesem Buch einen komplexeren aber vor allem komprimierteren Ansatzpunkt, der Regeln des menschlichen Zusammenlebens ( insbesondere das Hinter die Fassade und Maskerade schauens ) sowie der Suche zur eigenen inneren Mitte. ( WuWei ).... |
Gliederung des Deutschen Kaiserreiches | |
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